Eispiraten
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Finn atmete tief ein. Der Eislaufverein "Eispiraten" lag vor ihm, leuchtend hell in der kalten Wintersonne. Der Duft von Eis und warmer Schokolade wehte ihm
entgegen. Heute war der Tag, an dem er zum ersten Mal Schlittschuhlaufen lernte.
„Bist du aufgeregt, Finn?“, fragte seine Mama und kniete sich zu ihm herunter.
Finn nickte eifrig, aber sein Bauch kribbelte nervös. Er hatte schon Bilder von coolen Kids gesehen, die elegant über das Eis flogen, aber er hatte keine
Ahnung, wie das ging.
Im Umkleideraum bekam er seine Schlittschuhe. Sie waren ein bisschen groß, damit noch Platz für dicke Socken war. Es war ein seltsames Gefühl, mit diesen
harten Plastikschuhen auf den Füßen herumzulaufen.
Als er auf die Eisfläche trat, war er wie betäubt. Es glitzerte und funkelte, und es gab so viele Leute! Einige sahen aus, als würden sie schon immer
Schlittschuh fahren, andere stürzten und lachten.
Seine Schlittschuhtrainerin, eine junge Frau mit einem freundlichen Lächeln namens Lena, zeigte ihm, wie er sich festhalten sollte und die Kufen richtig
stellen. "Kleine Schritte", sagte sie. "Und nicht zu viel Gewicht auf die Spitze!"
Finn versuchte es. Er machte einen kleinen Schritt, dann einen noch kleineren. Und plumpste sofort hin.
"Aua!", jammerte er.
Lena half ihm auf. "Das ist ganz normal!", sagte sie ermutigend. "Jeder fällt am Anfang. Hauptsache, du stehst wieder auf."
Finn versuchte es nochmal. Und nochmal. Und wieder hin. Das Eis war rutschig und er hatte keine Ahnung, wie er die Kufen kontrollieren sollte. Er fühlte sich
frustriert.
"Ich kann das nicht!", sagte er entmutigt.
Seine Mama kam zu ihm. "Gib nicht auf, mein Schatz. Du musst nur üben. Denk daran, wie du Fahrradfahren gelernt hast. Das war auch am Anfang schwer."
Finn dachte nach. Sie hatte Recht. Er hatte auch beim Fahrradfahren immer wieder runtergefallen.
Er nahm sich vor, noch einmal zu versuchen. Lena zeigte ihm, wie er seine Arme benutzen konnte, um das Gleichgewicht zu halten. Langsam, ganz langsam, begann
er, ein paar Schritte zu machen, ohne hinzufallen.
Er schwebte! Zumindest fühlte es sich so an. Es war kein elegantes Gleiten, aber er bewegte sich!
Plötzlich lachte er. Ein echtes, freudiges Lachen. Er rutschte und schwankte, aber er hatte Spaß!
Am Ende des Trainings war er müde, aber glücklich. Er hatte nicht gelernt, wie ein Profi zu fahren, aber er war auf dem Eis stehen geblieben und hatte ein
paar Schritte gemacht.
"Das war toll!", sagte er zu seiner Mama, während er sich wieder anzog. "Ich will morgen wiederkommen!"
Seine Mama lächelte. "Das ist der Geist des Eispiraten!", sagte sie. "Und denk dran, auch die besten Eispiraten sind mal hingefallen
."
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